Kombinierter Schutz vor Hitze und Lärm in den Gruppenräumen des Kindergarten Schillerstraße e.V. Göttingen –

Kiga-Cool-and-Calm

Der Kindergarten Schillerstraße e.V. Göttingen mit 30 Kindern befindet sich in einem angemieteten, historischen Gebäude mit großem Außengelände mit umfangreichem Baumbestand. In einem erarbeiteten Klimaanpassungskonzept wird aufgezeigt, dass durch Starkregen- und Starkwindereignisse häufiger tageweise das Außengelände nicht genutzt werden kann, die Betreuung somit fast vollständig nur in den beiden Gruppenräumen stattfindet. In diesen ist aufgrund der historischen Bausubstanz in den Sommermonaten mit einer verstärkten Hitzebelastung zu rechnen und zusätzlich belastend, sei es in Kombination mit dem Stressfaktor Hitze oder dem Stressfaktor der tageweisen Nichtnutzbarkeit des Außengeländes, mit einem sehr hohen Lärmniveau. Der Fokus der insbesondere grünen Maßnahmen des Klimaanpassungskonzeptes liegt daher auf der Reduzierung dieser Stressfaktoren Hitze und Lärm in Verbindung mit weiteren positiven Nebeneffekten liegen, wofür der Einsatz von Pflanzenwänden am geeignetsten erscheint, auch unter der Berücksichtigung der Rahmenbedingungen in Hinblick auf Mietsituation und Denkmalschutz. Insbesondere für kleinere Kindergärten freier Träger ist die Situation des Kindergarten Schillerstraße exemplarisch, so dass die Ergebnisse über ein breites Netzwerk in diesem Bereich verteilt werden sollen und so zur Nachahmung anregen können.

AnpaSo – Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen

AnpaSo – FSP 2.1: Umsetzung des Klimaanpassungskonzeptes des Kindergarten Schillerstraße e.V. in Göttingen

Es wird grün: Aufbau am 14.05.2024

Am 14.05.2024 wurden die beiden Pflanzenwände durch das Team der Kremkau Raumbegrünung GmbH & Co. KG innerhalb eines halben Vormittags installiert. In einem LinkedIn-Beitrag kann die Installation noch schneller betrachtet werden. Achtung: durch Anklicken des Buttons wird eine Verbindung zu LinkedIn-Servern hergestellt. Bitte prüfen Sie vorab die Datenschutzrichtlinie von LinkedIn.



Beispiel für eine Grüne Wand, wie sie im Kindergarten installiert werden soll. (C) Kremkau Raumbegrünung GmbH & Co. KG

Arbeitspakete

  • Beschaffung / Vergabeverfahren
  • Vorbereitende bauliche Arbeiten
  • Installation
  • Pflege
  • Erfassung: Klima-, Lärm & Luftqualität
  • Erfassung: Pädagogische Bewertung
  • Erfassung: Zustand der Pflanzen
  • Dokumentation
  • Begleitende Publikation
  • Netzwerkarbeit
  • Abschlusspublikation
Geplante Begrünung im Gruppenraum im EG
Geplante Begrünung im Gruppenraum im EG
Geplante Begrünung im Gruppenraum im OG
Geplante Begrünung im Gruppenraum im OG
Reduktion von Hitze, Lärm und Schadstoffbelastungen in der Raumluft wirken sich direkt positiv auf die Gesundheit von Kindern und Personal aus.
Reduktion von Hitze, Lärm und Schadstoffbelastungen in der Raumluft wirken sich direkt positiv auf die Gesundheit von Kindern und Personal aus.
Frühkindliche Bildung ist die Basis für eine erfolgreiche und hochwertige Bildung. Durch die Maßnahmen wird eine ruhigere und stressärmere Atmosphäre geschaffen als Voraussetzung für eine gelungene frühkindliche Bildung. Integration der Maßnahmen in die Natur- und Umweltpädagogische Arbeit.
Frühkindliche Bildung ist die Basis für eine erfolgreiche und hochwertige Bildung. Durch die Maßnahmen wird eine ruhigere und stressärmere Atmosphäre geschaffen als Voraussetzung für eine gelungene frühkindliche Bildung. Integration der Maßnahmen in die Natur- und Umweltpädagogische Arbeit.
Zu sicheren Arbeitsbedingungen gehört auch der Schutz vor Lärm, Hitze und Stress. Die Arbeitsbedingungen für das pädagogische Personal werden durch die Maßnahmen verbessert.
Zu sicheren Arbeitsbedingungen gehört auch der Schutz vor Lärm, Hitze und Stress. Die Arbeitsbedingungen für das pädagogische Personal werden durch die Maßnahmen verbessert.
Durch die akustische Verbesserung werden Hindernisse für eine Hörfrühförderung (aufgrund körperlicher und/oder geistiger Gründe) und Sprachförderung (auch aufgrund der Muttersprache, z.B. bei Fluchthintergrund) und damit (unbeabsichtigte) Diskriminierungsursachen reduziert und die Inklusion erleichtert.
Durch die akustische Verbesserung werden Hindernisse für eine Hörfrühförderung (aufgrund körperlicher und/oder geistiger Gründe) und Sprachförderung (auch aufgrund der Muttersprache, z.B. bei Fluchthintergrund) und damit (unbeabsichtigte) Diskriminierungsursachen reduziert und die Inklusion erleichtert.
Kindergärten stellen eine wichtige Infrastruktur im urbanen Raum da. Durch die Maßnahmen kann hierfür die nachhaltige (Weiter-)nutzung von (historischen) Bestandsbauten ermöglicht werden, anstatt entsprechend ausgestattete Neubauten zu erfordern.
Kindergärten stellen eine wichtige Infrastruktur im urbanen Raum da. Durch die Maßnahmen kann hierfür die nachhaltige (Weiter-)nutzung von (historischen) Bestandsbauten ermöglicht werden, anstatt entsprechend ausgestattete Neubauten zu erfordern.
Durch die modulare Bauweise des in den Maßnahmen vorgesehenen Pflanzensystems ist eine langfristige, flexible Nutzung gewährleistet, auch wenn sich räumliche Bedingungen ändern sollten.
Durch die modulare Bauweise des in den Maßnahmen vorgesehenen Pflanzensystems ist eine langfristige, flexible Nutzung gewährleistet, auch wenn sich räumliche Bedingungen ändern sollten.
Die Maßnahmen schaffen neues Wissen zur Klimaanpassung am Beispiel für Kindergärten. Ein entsprechender Wissenstransfer für eine breite Nutzung des Wissens ist geplant.
Die Maßnahmen schaffen neues Wissen zur Klimaanpassung am Beispiel für Kindergärten. Ein entsprechender Wissenstransfer für eine breite Nutzung des Wissens ist geplant.

Ziele und Maßnahmen

Im Klimaanpassungskonzept wurde abgeleitet, dass der größte Handlungsdruck zur Klimaanpassung darin besteht, dass die klimabedingten und sonstigen Stressfaktoren bei der Nutzung der Gruppenräume reduziert werden müssen, auch da durch klimabedingte Ereignisse eine erhöhte Anzahl an Tagen, an denen eine Nutzung des Außengeländes nicht möglich ist, zu erwarten ist. Als Hauptfaktoren, die die pädagogische Arbeit mit den Kindern des Kindergartens und auch die Gesundheit der Kinder und Erwachsenen beeinträchtigen können, wurden Hitze/Raumklima und Lärm identifiziert, so dass es Ziel der Klimaanpassungsmaßnahmen sein muss, beide Faktoren zu verbessern, wobei zusätzliche positive Auswirkungen auf anderen Feldern durchaus geeignet sein können, eine Restbelastung (durch Hitze und Lärm) auszugleichen.

Da es sich beim Kindergarten um ein angemietetes und denkmalgeschütztes Gebäude handelt sind invasive bauliche Eingriffe nur mit erhöhtem Genehmigungsaufwand zu realisieren und damit nicht priorisiert. Auch technische, sogenannte graue Maßnahmen, wie im Klimabereich, z.B. der Einsatz von Klimaanlagen sind einerseits aus Gründen der Nachhaltigkeit nicht wünschenswert und andererseits in Hinblick auf das zu reduzierende Lärmniveau sogar ggf. kontraproduktiv.

Unter Berücksichtigung dieser individuellen Rahmenbedingungen wurden übliche naturbasierte/grüne und graue Maßnahmen auf ihren Nutzen und ihre Realisierbarkeit bewertet und daraus die individuell sinnvollsten und realisierbaren Maßnahmen abgeleitet.

Als mögliche grüne Maßnahme, die alle genannten Ziele, die Verbesserung von Raumklima und Raumakustik und weitere positive Nebeneffekte mit sich bringt, konnte die Nutzung von sogenannten lebendigen Pflanzenwandsystemen ermittelt werden. Ein Einsatz ist für die beiden Gruppenräume geplant, da diese den Hauptort der pädagogischen Arbeit und des Aufenthaltes der Kinder innerhalb des Kindergartens bilden, hier somit der größte Effekt im Vergleich zu den sonstigen Räumen des Kindergartengebäudes erzielt wird.

Positive Auswirkungen von lebendigen Pflanzenwandsystemen

  • Regulierung des Raumklimas. Feuchtigkeitsregulierung und Temperaturregulierung durch Evapotranspiration und Absorption von Sonnenstrahlung
  • Verbesserung der Raumakustik durch schallabsorbierende und -isolierende Wirkung des Blattwerks
  • Verbesserung der Luftqualität durch Reduktion von Staub und Schadstoffen und Sauerstoffproduktion
  • Beruhigende, stressreduzierende Wirkung durch Grün am Arbeitsplatz bzw.
    Betreuungsort 
  • Einbindung in die Natur- und Umweltpädagogische Arbeit

Arbeitsplan

Als mögliche grüne Maßnahme, die alle genannten Ziele, die Verbesserung von Raumklima und Raumakustik und weitere positive Nebeneffekte mit sich bringt, konnte die Nutzung von sogenannten lebendigen Pflanzenwandsystemen ermittelt werden. Ein Einsatz ist für die beiden Gruppenräume geplant, da diese den Hauptort der pädagogischen Arbeit und des Aufenthaltes der Kinder innerhalb des Kindergartens bilden, hier somit der größte Effekt im Vergleich zu den sonstigen Räumen des Kindergartengebäudes erzielt wird.
Nach Auftragsvergabe und Vorarbeiten zur Schaffung geeigneter Wände (Beschichtung gegen Feuchtigkeit, Umräumen) erfolgt die Installation der Pflanzenwände durch ein Fachunternehmen und die der Beleuchtungssysteme (in Eigenarbeit). Im ersten Jahr nach Installation ist eine professionelle Pflege von Pflanzen und System vierteljährlich vorgesehen. Mit den gewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen wird evaluiert, ob eine anschließende Pflege in Eigenarbeit oder mit einer geringeren Frequenz möglich ist. Um die positiven Auswirkungen der Pflanzenwand zu erfassen, werden folgende Daten erhoben:

  • Lautstärke an mehreren typischen, gemeinsam mit dem pädagogischen Personal festgelegten Zeitpunkten (z.B. Spielen, Essen)
  • Luftqualität (Partikelkonzentration, CO-Konzentration) mehrmals in beiden Gruppenräumen erfasst.
  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit
  • Zustand der Pflanzen

Die Installation der Pflanzenwände soll durch eine umwelt- und naturpädagogische Projektarbeit mit den Kindern begleitet werden, um diese entsprechend zu bilden und auch auf für den täglichen Umgang mit den Pflanzen zu sensibilisieren und beispielsweise Gießaufgaben zu verteilen. Die Erfahrungen des pädagogischen Personals dabei werden dokumentiert und die Erfahrungen von Kindern und
pädagogischem Personal durch Befragungen erfasst. Die Ergebnisse werden dokumentiert, über die Netzwerke verbreitet und publiziert.